RATGEBER INTERNETKRIMINALITÄT

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Corona-Gefahren im Netz, am Telefon und der Haustür

Die Täter stellen sich auf die aktuelle Situation ein und passen bisherige Maschen an.

Als Ende Februar uns der erste Fakeshop bekannt wurde, der mit der aktuellen Corona-Situation Geld machen wollte, war dies wohl erst der Beginn von diversen Betrugsmaschen, die da noch folgen sollten und wohl auch noch folgen werden.

Fakeshops

Am 28.02. warnten wir vor einem Fakeshop, der im Namen einer in u.a. Niedersachsen ansässigen Firma Spammails verschickte und immer noch versucht, über den Webshop Schutzmasken gegen die Corona-Viren zu verkaufen. Unter pharmacyfirstgmbh.com besteht dieses Angebot leider immer noch. Bisherige Kontaktaufnahmen zum Provider waren nicht erfolgreich.

Hier finden Sie den Beitrag zu dieser Warnmeldung.

Auf diesen Zug sind wenige Tage später weitere Personen aufgesprungen und boten über Spammails Atemschutzmasken zu Sonderangebotspreisen an. So wurde z.B. eine angeblich gegen Coronaviren geeignete Maske zum Preis von ca. 39 Euro (anstelle von 79 Euro) angeboten. Wer mehr kauft, bekommt die Masken angeblich entsprechend günstiger. Zudem wurde die zugehörige Shopseite in verschiedenen Sprachen (auch spanisch oder englisch) ins Netz gestellt. Ob es hier tatsächlich zu einer Lieferung kommt, ob dann auch geeignete Masken verschickt werden oder ob hier lediglich betrogen wird, können wir derzeit nicht sagen, da uns keine Fälle in entsprechenden Anzeigen bekannt sind. Wir raten jedoch vorsorglich von solchen Angeboten ab.

Tipps zu Fakeshops finden Sie hier bei uns.

Betrug in Online-Kleinanzeigen

Bilder und Berichte von Hamsterkäufen und leeren Warenregalen sind in den Sozialen Netzwerken derzeit ständig zu sehen. Die Bundekanzlerin Angela Merkel befürwortete in Ihrer Rede am 18.02.2020 eine gewisse Grundbevorratung, lehnte jedoch die massiven Hamsterkäufe strikt ab.

Viele der derzeit in den Geschäften, Apotheken und gesundheitlichen Einrichtungen (Ärzte, Krankenhäuser…) nur noch knapp vorrätigen Produkte (z.B. Desinfektionsmittel) wird zurzeit immer wieder auch in Online-Kleinanzeigen deutlich überteuert angeboten. Einige Onlineanbieter solcher Plattformen haben solche überteuerten Angebote bereits gelöscht. Auch hier ist mit betrügerischen Verkaufsanzeigen zu rechnen, die auf die Angst und Not der anderen setzen.

Wie Sie sich im Onlinehandel vor u.a. Betrug schützen können, finden Sie hier.

Phishing

Nicht nur Täter, die auf das Geld von anderen warten, sind derzeit aktiv im Netz. So kursieren auch Phishingmails, die in Namen von Banken vorgeben, man müsste aus Sicherheitsgründen in Bezug auf den Corona-Virus mehrere kleine Filialen schließen. Um den weiteren reibungslosen Verlauf zu gewährleisten, solle der per Mail angeschriebene seine persönlichen Daten aktualisieren. Die Verbraucherzentrale in NRW hat hier ein Warnmeldung mit Beispielen (z.B. gefälschte Sparkassen-Mail) herausgegeben.

Weitere Phishingmails sind natürlich denkbar. Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie unerwartet dazu aufgefordert werden, persönliche und sensible Daten bekannt zu geben (z.B. Name, Anschrift, Kontodaten, eingescannte Dokumente wie Ausweise…, Zugangsdaten).

Weitere Tipps zum Phishing finden Sie hier.

Falscher Home-Office-Support am Telefon

Die Microsoft-Support-Masche ist leider schon seit mehreren Jahren aktiv. Auch wenn immer wieder entsprechende Callcenter (z.B. in Indien) polizeilich ausfindig und beendet werden konnten, gibt es genug weitere Täter. Nun haben sich die Täter auf die aktuelle Situation bezüglich Corona und Homeoffice eingestellt. Erste Anrufer geben vor von „My IT Department“ from „my“ Company“ zu sein. Mit Rufnummern wie z.B. 003490865519 versuchen die Täter und Täterinnen auf Englisch mit indischem Akzent die Angerufenen dazu zu bewegen, u.a. eine Fernwartung zu installieren.

Hier sollten Sie Ihre Mitarbeiter, die sich derzeit im Homeoffice befinden über die aktualisierte Gefahr informieren. Ideal ist es, wenn Ihre Mitarbeiter die eigene IT-Hotline-Mitarbeiter kennen und bei solchen Anrufen eine eigene Hotline-Rufnummer haben, die Sie zurückrufen sollen.

Gefahren an der Haustür

Falsche Polizeibeamte sind in den letzten Jahren immer wieder massiv per Telefon, aber auch vor den Haustüren in ganz Deutschland unterwegs. Nun wird diese Masche auch in Bezug auf Corona ausgebaut. Die Täter geben vor, von der Polizei oder vom Gesundheitsamt zu sein. Man müsse angeblich einen Abstrich machen oder man werde angeblich unter Quarantäne gestellt. Solche Täter erschweren leider die Arbeit der echten Polizei und Mitarbeiter von Gesundheitsämtern. Diese echten Mitarbeiter und Polizisten weisen sich entsprechend aus. Auch telefonische Rückfragen mit der örtlichen Polizei und dem Gesundheitsamt sind jederzeit möglich und werden bei unerwarteten Besuch auch empfohlen. Nutzen Sie die Ihnen bekannten Rufnummern (z.B. aus Telefonbuch, Online-Telefonbuch). Auch wenn Sie zuvor telefonisch über einen Besuch informiert werden, sollten Sie bei den örtlichen Behörden im Anschluss an das Gespräch zurückrufen. Legen Sie dafür den Hörer auf/beenden Sie bewusst das Gespräch. Lassen Sie sich nicht von „Freizeichen-Geräuschen“, die Ihnen die Täter von Band vorspielen vorgaukeln während die Leitung gehalten wird, dass Sie tatsächlich ein Freizeichen hören. Rufen Sie im Notfall selbst die 110 an. Idealerweise von einem Zweitgerät (z.B. Smartphone, Handy).

Lassen Sie keine Ihnen unbekannten Personen ins Haus/in die Wohnung!

Weitere Informationen zu falschen Polizeibeamten finden Sie hier bei uns. Thema Gefahren an der Haustür, Thema falsche Polizeibeamte

 

Enkeltrick

Auch der bekannte Enkeltrick wurde an Corona angepasst. Nun behaupten die Täter, die sich gern am Telefon gegenüber älteren Menschen als Enkel, Freunde oder sonstige Angehörige ausgeben, dass sie finanzielle Hilfe bezüglich einer Krankenhausbehandlung aufgrund von Corona benötigen. Auch angebliche Ärzte, die vorweg oder hinterher anrufen, sollen die Behauptung bestärken.

Weitere Informationen zu dieser Masche finden Sie hier bei polizei-beratung.de

 

Fakenews

Zuletzt möchten wir noch auf die zahlreichen Fakenews aufmerksam machen, die besonders in den sozialen Medien kursieren. Egal ob Nachrichten, die über WhatsApp massiv weitergeleitet oder über Facebook geteilt werden. Seien Sie immer skeptisch, wenn der Absender/Herausgeber nicht bekannt ist. Teilen Sie nicht unüberlegt und unkontrolliert und tragen Sie nicht dazu bei, dass weitere Personen durch Falschmeldungen verunsichert und zu unsolidarischem Handeln bewegt werden. Trauen Sie bitte nur offiziellen Stellen und Behörden. Entsprechende Nachrichten finden Sie in der Regel immer auch auf den zugehörigen Webseiten wieder.

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