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Betrug

Betrug gibt es in vielerlei Form. Die Welt des Internets macht es dem Betrüger leicht, da hier viele Menschen innerhalb kürzester Zeit erreicht werden können und viele Möglichkeiten bestehen, mit den Daten fremder oder fiktiver Personen Geld, Waren oder andere Dienstleistungen zu erhalten, ohne diese letztendlich selbst zu bezahlen.

Sollten Sie durch einen Betrug zu Schaden gekommen sein, so wenden Sie sich an Ihre nächste Polizeidienststelle oder die Onlinewache der Polizei Niedersachsen

Nachfolgend möchten wir Ihnen die gängigen Methoden der Betrüger vorstellen und Ihnen zeigen, wie Sie sich davor schützen können.

Warenbetrug - Geld ist weg und Ware kommt nicht?

Hier wird Ware durch den Käufer bezahlt, der Verkäufer jedoch verschickt die bestellte Ware nicht oder versendet ggf. eine minderwertige Alternative. Ein solcher Betrug ist häufig auf Auktionsplattformen zu finden. Dafür werden gefälschte oder gehackte Verkäuferaccounts benutzt.

Die Täter gehen bei gefälschten Accounts zum Teil auch sehr geschickt vor. Sie geben an, auf einer Insel in der Nord-/Ostsee zu wohnen. Die ersteigerte Ware könne selbstverständlich durch den Gewinner der Auktion vor Ort abgeholt werden. Viele Käufer scheuen jedoch diesen zusätzlichen Weg, fühlen sich aber durch die angebotene Option der Abholung vor Ort in Sicherheit, ersteigern und bezahlen letztendlich die Ware, die jedoch nicht existent ist. Das Geld fließt auf Bankkonten zuvor angeworbener Finanzagenten.

Ebenso gibt es die Variante, dass die Täter eine Zahlung über Paypal erhalten möchten. Jedoch verweisen die Täter auf die Möglichkeit mittels Paypal eine Zahlung an Freunde (ohne Gebühren) zu übermitteln. Diese Zahlung bekommt leider keinen Käuferschutz, wie die normale Paypal-Zahlung. Die Täter nennen diese Zahlung u.a. auch Paypal for friends. Diese Zahlvariante sollten Sie nur nutzen, wenn Sie den Empfänger tatsächlich persönlich kennen. Dies ist in der Regel bei z.B. Ebay-Kleinanzeigen nicht der Fall.


Warenkreditbetrug - Ware ist weg und Geld kommt nicht?

Warenkreditbetrug

Die Ware wird durch Täter bestellt und durch Verkäufer verschickt, jedoch vom Täter nicht bezahlt.

Beispiele:

  • Überwiegend bei Onlineshops.
  • Nutzung gefälschter/gehackter Accounts.
  • Nutzung gehackter Zahldienste-Accounts.
  • Nutzung von fremden Bankkonten zur Bezahlung.
  • Nutzung von Lieferdiensten wie Packstation (gehackte Packstation-Acccounts und auch Warenagenten).
  • Nutzung von Wohnungsleerstand/Klebchen (aufgeklebte Namenszettel an Briefkästen).

 

Dreiecksbetrug- Täter spielt zwei Geschädigte aus

Der Dreiecksbetrug ist eine geschickte Masche von Tätern, um recht einfach an Ihre Ware zu kommen.

Hierbei werden neben dem Täter insgesamt zwei weitere Personen benötigt, einen Verkäufer und einen Käufer.

Um den Ablauf etwas zu erklären, nutzen wir im Beispiel den Kauf eines Smartphones über Ebay.

Der Täter "kauft" Ihr Smartphone (z.B. auf Rechnung in einem Shop). Zeitgleich bietet der Täter dies Gerät in einem gefälschten Ebay-Account zum Verkauf an. Dem dortigen Käufer übergibt er die von Ihnen erhaltenen Bankdaten. Der neue Käufer überweist das Geld auf Ihr Konto. Sie sehen den Geldeingang und schicken das Smartphone an die Täter-Adresse. Der neue Käufer wartet auf sein Smartphone, bekommt dieses aber nicht. Er fordert nach Nichterhalt sein Geld von Ihnen zurück. Ggf. erstattet er sogar Anzeige bei der Polizei. Ermittlungen ergeben Sie dann als Kontoinhaber. Wird für die Zahlung sogar Paypal eingesetzt, holt sich der neue Käufer sein Geld über den Käuferschutz wieder und Sie sind Smartphone und Geld los. Die Täter nutzen für den Paketempfang missbräuchlich Packstationen oder Briefkästen/Anschriften von leerstehenden Wohnnungen/Häusern. Anhand von Sendungsverfolgung kann man dann das Gerät noch vor der "eigenen" Tür vom Lieferdienst in Empfang nehmen.


Vorauszahlungsbetrug/Vorschussbetrug

Vorauszahlungsbetrug oder Vorschussbetrug werden die Betrugsmaschen genannt, bei denen das Opfer angeblich hohe Geldbeträge oder hochwertige Güter erhalten soll, dafür jedoch mit vergleichsweise geringen Geldbeträgen in Vorleistung treten soll, um z.B. Rechtsanwälte oder Überweisungsformalitäten zu bezahlen.

Nigeria-Connection und Co - Hello I have an offer for you

Hier werden per E-Mail oder per Briefpost große Vermögenswerte in Aussicht gestellt. Dies können Lotteriegewinne, Kriegsbeute, Erbschaften, annektierte Staats- und Firmengelder sein.

Versender sind in der Regel angeblich hochrangige Staatsbürger des Versenderlandes. Die benutzte Sprache ist oft englisch oder schlecht übersetztes Deutsch.

  • Reagieren Sie nicht auf Briefe, E-Mails oder Telefonate in denen Ihnen hohe Geldsummen versprochen werden (ausländische Lotteriegewinne, Nachlassregelung, Autos usw.).
  • Treten Sie nicht in Vorleistung für irgendwelche Gewinne oder Wertgegenstände.
  • Notieren Sie bei Anrufen die angezeigte Rufnummer und den Gesprächsinhalt.
  • Melden Sie unaufgeforderte Anrufe/Gewinnbenachrichtigungen an die Bundesnetzagentur (Rufnummernmissbrauch).
  • Fragen Sie im Zweifelsfall bei einer Polizeidienststelle nach.
  • Nutzen Sie Internetsuchmaschinen und recherchieren Sie Inhalte der Briefe und E-Mails. Oft ist auch die Suche ganzer Textabschnitte möglich.

Treuhandbetrug - Angeblicher Treuhänder sichert Ihr Geld

Hochwertige Ware oder Schnäppchenware wird von den Tätern (meist aus dem Ausland) zum Kauf angeboten oder ein Kaufgesuch bezüglich Ihrer Ware (z.B. Smartphone, Auto, Sammlerstück) erfolgt vom Täter. Der Täter nennt Ihnen eine Treuhänderbank, auf die Sie Ihr Geld zwischenüberweisen oder der Täter angeblich sein Geld überwiesen hat. Ggf. bekommen Sie sogar noch Daten eines Transportunternehmens mitgeteilt, welche einen angeblichen Versand der Ware bestätigen soll.

Alternativ werden Sie aufgefordert, die Ware zu verschicken, da das Geld des Käufers bereits beim Treuhänder auf die Freigabe warten würde. Letztendlich wird niemals Ware oder Geld vom Täter verschickt. Sie haben das Nachsehen, da Ihre Ware und/oder Ihr Geld weg sind.

Die Täter gehen sogar so raffiniert vor, dass für die Treuhandbank und Transportdienste sogar eigene Internetseiten erstellt werden und auch Bestätigungs-E-Mails von dort verschickt werden. Sehr häufig findet diese Betrugsvariante in Verbindung mit dem Autokauf statt.

Sie erkennen Betrüger u.a. an folgenden Merkmalen:

  • Verkaufsgespräche erfolgen auf englisch/in schlechtem Deutsch, ggf. wurden Übersetzungsprogramme verwendet.
  • Täter besteht auf Nutzung eines speziellen und unbekannten Transportdienstleisters / Treuhänders.
  • Täter verschickt gefälschte Schecks.
  • Täter verschickt gefälschte Ausweiskopien.
  • Täter verschickt „versehentlich“ höher dotierte (gefälschte) Schecks und verlangt eine Weiterüberweisung des überzahlten Betrages. Alternativ erhalten Sie Geld auf Ihr Konto überwiesen, welches jedoch von gehackten Onlinebanking-Accounts anderer Geschädigter stammt.

Wie Sie sich schützen können:

  • Seien Sie vorsichtig bei Angeboten und Kaufgesuchen aus dem Ausland/in englischer Sprache.
  • Nutzen und bestehen Sie auf bekannte und seriöse Zahlungsdienste/Treuhanddienste.
  • Nutzen und bestehen Sie auf bekannte und seriöse Transportdienstleister.
  • Lassen Sie erhaltene Schecks vor Warenversand durch Ihre Bank auf Echtheit überprüfen. Weisen Sie Ihre Bank ggf. auf die Verkaufsumstände hin.
  • Fragen Sie notfalls bei einer Polizeidienststelle nach und lassen Sie z.B. zugeschickte Ausweiskopien überprüfen.
  • Überprüfen Sie die angebotenen Treuhand- und Transportdienste z.B. mittels Internetsuchmaschinen.

Zusätzliche Hinweise zum Kfz- und Nutzfahrzeug-Betrug

  • Verabreden Sie sich mit dem Käufer/Verkäufer nicht allein.
  • Nutzen Sie als Treffpunkte keine Ihnen unbekannten, unübersichtlichen und menschenleeren Orte.
  • Gehen Sie mit dem Käufer zur Bank und lassen das Geld vor Ort einzahlen.
  • Geben Sie keine Schlüssel/Zulassungsbescheinigungen voreilig heraus.
  • Machen Sie eigene Kennzeichen (auf Internetfotos) unkenntlich.
  • Geben Sie keine eigenen Versicherungsdaten und Kennzeichendaten an angebliche Kaufinteressenten (z.B. per E-Mail oder Telefon) raus. Die Täter geben z.B. vor, vorab überprüfen zu wollen, wie hoch die Versicherungskosten sein können.
  • Beachten Sie die Sicherheitshinweise der Verkaufsportale.
  • Lassen Sie sich nicht von Schnäppchen zu Fehlhandlungen verleiten.
  • Auf http://sicherer-autokauf.de/de/ erhalten Sie ausführliche Tipps!
  • Nutzen Sie vorgefertigte Verkaufsformulare, die Sie im z.T. im Schreibwarenhandel oder bei Automobilclubs erhalten.

Internet-Love-Scam - Das falsche Spiel mit der Liebe in Datingbörsen und Co

Bei dieser Betrugsvariante, auch Romance-Scamming (Scam = englisch für Betrug) genannt, sind die Nutzer von Single-Börsen oder Internetchats die Opfer. Die Täter schreiben mit gefälschten Profilen die Opfer an und bauen über Tage, Wochen und Monate eine Beziehung auf. Hierbei werden auch Bilder und Videos verwendet, die jedoch von ganz anderen Personen (z.B. aus öffentlichen Profilen in Sozialen Netzwerken) stammen. Der Schriftverkehr findet sehr schnell über den privaten E-Mailaccount, anstelle der eigentlichen Internetplattform statt. Es folgen möglicherweise Telefonate und Videochats. Hierbei werden oft fremde Videos oder Standbilder benutzt. Entsprechende Erklärungen für eine schlechte Bildqualität oder ein Nichtfunktionieren der Chats liefern die Gesprächspartner auf Nachfrage prompt ab.
Die Partner sind meist im Ausland unterwegs (z.B. auf einer Bohrinsel; im Krisengebiet; als Soldat irgendwo stationiert; als Arzt; als Millionär usw.). Entsprechende Fotos oder Dokumente (Ausweise, Urkunden usw.) liefern die Täter per Mail an ihre Opfer. Diese Dokumente sind in der Regel gefälscht.

Irgendwann benötigt der neue Partner plötzlich finanzielle Unterstützung und bittet das Opfer um Hilfe in der Not. Ist das Opfer bereit, die hohen Kosten für diese Notlage (z.B. Krankheit oder OP des Kindes), den Flug zum Opfer oder Vergleichbares zu bezahlen, wird dem Opfer ein Empfänger genannt, auf dessen Bankkonto das Geld überwiesen werden soll. Hierbei handelt es sich jedoch sehr oft um einen Finanzagenten. Gibt das Opfer aber an, Bedenken bei der Überweisung zu haben oder selbst nicht über die Geldmittel zu verfügen, so wird die Möglichkeit angeboten, dass ein Bekannter/Verwandter des neuen Partners kurzfristig aushelfen könnte. Das Opfer müsse lediglich selbst nur sein Bankkonto zur Verfügung stellen (Opfer wird somit zum Finanzagenten). Das Geld müsse dann schnell weitergeleitet (Auslandsüberweisung, Western Union, Bitcoins) oder in Prepaid-Codes (Ukash oder Paysafecard) umgewandelt und die Bezahlcodes per E-Mail weitergeschickt werden. Alternativ kann das Opfer auch gefälschte Schecks erhalten, deren Wert dann ebenfalls überwiesen werden soll. Erst später wird sich dann herausstellen, dass die Schecks gefälscht sind.

Nicht selten benötigt der Täter im Anschluss erneut Geld vom Opfer, da erneut Schwierigkeiten aufgetaucht sind. Angeblich wurde der Flug gestrichen, neue Kosten bei ärztlicher Behandlung sind entstanden oder ein Investment muss dringend getätigt werden. Die erfundenen Geschichten können vielseitig sein.

Wer Geld überweist, bekommt dieses in der Regel nicht mehr zurück. Auch die erhoffte Bekanntschaft lässt sich nicht im echten Leben blicken. Erwartungsvolle Fahrten zum Flughafen entpuppen sich als Reinfall. Wer fremdes Geld erhalten und weitergeleitet hat, macht sich meist selber zum Straftäter (Geldwäsche). Straf- und zivilrechtliche Konsequenzen sind hier keine Seltenheit.

  • Vorsicht bei Kontakten über Single-Börsen und Chatrooms (auch meist fremdsprachig). Sie können nicht wissen, wer tatsächlich dahinter steckt.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten (Echtname, Anschrift, Bankdaten, Bild- und Videomaterial usw.) bekannt.
  • Seien Sie misstrauisch bei plötzlichen Notfällen, Ausreisewünschen usw. in Verbindung mit Geldangelegenheiten (egal ob eigenes Geld oder Fremdgeld).
  • Seien Sie vorsichtig bei zugeschickten Schecks.
  • Lehnen Sie Überweisungen auf Ihr Bankkonto ab.
  • Täter senden gern als Bestätigung eingescannte und gefälschte Ausweisdokumente und Urkunden zu.
  • Täter verweisen auf gefälschte Internetseiten (z.B. angebliche Firma, Banken) um Seriösität vorzutäuschen.
  • Täter nutzen fremdes Bildmaterial, um sich als die dort abgebildeten Personen auszugeben.
  • Nutzen Sie z.B. die umgekehrte Google-Bildersuche um im Netz nach den gleichen Bilddaten zu suchen. (Opens external link in new windowAnleitung bei Google)
  • Sie machen sich ggf. der Geldwäsche strafbar!
  • Infos zu bekannten Fällen finden Sie auch in diversen Internetforen (z.B. Opens external link in new windowhttps://www.scambaiter-forum.info/ oder Opens external link in new windowhttp://www.scambaiter.info/scamdb/ oder Opens external link in new windowhttp://www.419eater.com/ ) [Anmerkung zu den Links: Hierbei handelt es sich um nicht durch die Polizei geprüfte Inhalte!]

 

Woher haben die Täter die Daten für den Betrug?

Soziale Netzwerke bieten viel Potential für die Täter. Private Fotos aus allen Lebensbereichen sind zu leider immer noch viel zu oft öffentlich zu finden.

Die Fotos können aber auch von anderen Betrogenen stammen, die leichtgläubig ihre Bilder an die Betrüger geschickt haben.

Ebenso sind Bilddatenbanken im Netz eine mögliche Quelle.

Ausweisdokumente, die die Täter einfordern (bei dieser Betrugsmasche oder auch bei anderen Betrügereien wie KFZ-Verkauf) werden weiter missbräuchlich verwendet.

Immobilien-Betrug - Mieten, Kaufen, Nichts bekommen!

Suchen Sie eine Wohnung oder ein Haus zum Kaufen oder Mieten? Dann nutzen Sie wahrscheinlich auch Internetportale für Ihre Suche. Durch verschiedene Einstellungen finden Sie möglicherweise Ihre Traumimmobilie. Leider tummeln sich auch hier schwarze Schafe herum. Dabei handelt es sich um Betrüger, die Ihnen nicht existente oder fremde Immobilien vermitteln wollen. Alle benötigten Informationen zu den Immobilien finden die Täter ebenfalls im Onlineportal. Die Wohnungsangaben und die zugehörigen Bilder werden missbraucht und neue Annoncen werden erstellt. Die Preise werden dann in der Regel so gestaltet, dass sie verlockend auf den Kaufinteressenten wirken. Der Kunde beisst an und bittet um einen Besichtigungstermin. Diesen könne der Verkäufer jedoch aus privaten oder beruflichen Gründen (z.B. Auslandsaufenthalt, Wegzug in ein anderes Land) nicht persönlich wahrnehmen, so schreibt der Täter dann oft in schlechtem Deutsch oder auf Englisch zurück. Der Kunde könnte aber auf ein Treuhandkonto eine Kaution einzahlen. Dafür würde er dann den Wohnungsschlüssel bekommen, mit dem er sich die Wohnung eine Woche in Ruhe und allein anschauen könnte. Bei Nichtgefallen gäbe es dann die Kaution gegen den Schlüssel zurück. Alternativ wird auch gern angeblich ein Schlüssel per Nachnahme verschickt.
Hinzu kommen auch Anfragen mit ungewöhnlichen und unseriösen Angeboten. Diese erhalten meist die Personen, die selber Immobilien anbieten. Hier sollte man nicht auf die "Geschichten" eingehen und sensible Daten übermitteln. Siehe auch Opens external link in new windowNigeria-Connection, Opens external link in new windowTreuhandbetrug und Opens external link in new windowMissbrauch von Ausweisdaten.

Bezahlt hier der Kunde die Kaution, so erhält er jedoch keinen Schlüssel und das Geld ist ebenfalls verschwunden. Oft wird dafür ein Finanzagent missbraucht, der das Geld an die Täter weiter überweist.

Indizien für eine gefälschte Immobilienanzeige:

  • Sehr gute Wohnung zu günstigem Preis.
  • Eigentümer befindet sich im  Ausland und kann nicht nach Deutschland kommen.
  • Schlüssel kann zwecks Besichtigung verschickt werden.
  • Kaution für Schlüssel soll an Treuhänder überwiesen werden.

 Wie soll ich mich verhalten und was kann ich machen, um die Fälschungen zu erkennen?

  • Überweisen Sie kein Geld im Voraus für Immobilien, Miete oder Schlüsselkautionen! Vorsicht auch beim angeblichen Schlüsselversand per Nachnahme.
  • Übermitteln Sie den Tätern keine persönlichen Daten (z.B. Anschriften, Kontodaten, Ausweiskopie).
  • Prüfen Sie die Adresse! Nutzen Sie die normale Internetsuche (z.B. Google, Bing usw.). Nutzen Sie auch Stadtpläne, Luftbilder, Streetview aus den Suchmaschinen und Kartenanbietern. Passen die Fotos aus der Anzeige zur Örtlichkeit?
  • Nutzen Sie die Google-Bildersuche (Rückwärtssuche) und suchen Sie die Bilder der angeblichen Wohnung. Sehr wahrscheinlich wird Google bei einer Fälschung auch die echte, ursprüngliche Immobilienanzeige finden. Opens external link in new windowAnleitung von Google.
  • Melden Sie offensichtlich gefälschte Immobilienanzeigen dem Portalbetreiber. Dies können ggf. auch die Fälschung feststellen und die Anzeige löschen.
  • Ggf. liegt Betrug oder ein Betrugsversuch vor. Sollten Sie also auf die Masche der Täter hereingefallen sein, so erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizei. Auch ein Betrugsversuch ist strafbar und kann angezeigt werden.
  • Sollten Sie selber eine Immobilienanzeige aufgegeben haben und Sie werden mit entsprechenden "Geschichten" per Mail angeschrieben, so informieren Sie ggf. den Portalbetreiber. Lassen Sie sich nicht von dubiosen Angeboten verleiten. Sollten Sie zudem Ihre Anzeige woanders unter gefälschten Daten wiederfinden, informieren Sie den Portalbetreiber und erstatten Sie bei Ihrer Polizei ggf. Anzeige.

Viele Immobilienportale bieten eigene Informationen und Hilfeseiten. Ein schönes Beispiel finden Sie hier im Ratgeber von Opens external link in new windowImmowelt bzw. Opens external link in new windowhier.


Ferienwohnung

Auch bei der Ferienhausvermietung ist diese Masche inzwischen üblich. Statt einer Immobilie zur Miete oder zum Kauf wird hier der zukünftige Urlauber auf der Suche nach einem schönen Urlaubsdomizil betrogen. Die Täter erstellen eigene Internetseiten für die Ferienwohnung und lassen sich dann die Ferienwohnungen vorab vollständig oder in Teilzahlung bezahlen. Vor Ort muss der Urlauber feststellen, dass es die Ferienwohnung nicht gibt oder dort bereits andere Urlauber eingecheckt haben.

  • Nutzen Sie offizielle Buchungsportale für Ferienwohnungen, die die Mietangelegenheiten und Zahlungen abwickeln. Fragen Sie z.B. bei den Touristeninformationen der Urlaubsorte nach.
  • Buchen Sie keine Ferienwohnung bei unbekannten Anbietern. Fragen Sie bei Touristeninformationen nach.
  • Nutzen Sie Suchmaschinen, Landkartendienste und Onlinetelefonbücher, um den Anbieter und die Anschrift zu überprüfen.
  • Treten Sie nicht bei unbekannten Anbietern in Vorleistung.
  • Nehmen Sie ggf. telefonischen Kontakt zu den Vermietern auf.

Tierverkauf - Angebliche Tiere zu verschenken gegen hohe Gebühr

Der Wunsch nach einem Haustier kann groß sein. Auch der Wille, ein Tier aus der Not zu retten kann ebenfalls vorhanden sein.

Leider nutzen immer wieder Täter diesen Wunsch und die Gutmütigkeit der Menschen aus, um hier betrügerisch tätig zu werden.

So werden über Kleinanzeigenportale Hunde, Katzen und weitere Tierarten zum Verkauf oder zur kostenlosen Abgabe angeboten.

Seien Sie besonders misstrauisch, wenn eine kostenlose Abgabe versprochen wird, jedoch die Transportkosten oder weitere Kosten vorab überwiesen werden sollen. Hierbei kann es sich um Betrug handeln. Oft lautet die Behauptung der Verkäufer, die Tiere würden sich im Ausland befinden und der Verkäufer ist derzeit aus privaten oder beruflichen Gründen nicht mehr in der Lage, für das Tier zu sorgen. Gern werden Bilder aus dem Internet benutzt, die einen Besitz belegen sollen. Auch die Vorab-Zahlung soll über ungewohnliche Wege (z.B. über den Dienst von Western Union) erfolgen. Wir raten dazu, örtliche lizenzsierte Züchter, Tierheime oder Tierhandlungen aufzusuchen. Zusätzlich sind beim Import von Tieren aus anderen Ländern (EU/Nicht-EU) die jeweiligen Vorschriften und Gesetze der Länder zu beachten. Informieren Sie sich u.a. bei Ihrem zuständigen Veterinäramt. Nutzen Sie auch die Informationen des "Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" (kurz "BMELV") Opens external link in new windowhier und Opens external link in new windowhier.

Abofallen und Abzocke

Der Begriff „Abofalle“ ist inzwischen in der Internetwelt bekannt. Zwielichtige Internetseitenbetreiber bieten eine Servicedienstleistung an, die zunächst den Anschein hat, gratis zu sein. Für die entsprechende Auskunft und die weitere Nutzung des Dienstes werden die persönlichen Daten benötigt. Das Lesen der AGB und der Widerrufsbelehrung lassen sich einfach "abhaken". Nun erhält der Nutzer die gewünschte Leistung und hat ggf. gar nicht bemerkt, dass er einen kostenpflichtigen 2-Jahres-Vertrag mit dem Unternehmen eingegangen ist.

Die Anbieter nutzen hier diverse Tricks, um die Hinweise auf Kostenpflichtigkeit als Nebensachen wirken zu lassen:

  • Preishinweise werden am Rand dargestellt. Ggf. muss der Bildschirm über den sichtbaren Bereich heruntergescrollt werden.
  • Preishinweise werden in schlecht lesbaren Farben dargestellt.
  • Preishinweise werden in schlecht lesbaren Schriftarten dargestellt.
  • Preishinweise werden in Worten, statt in sofort erkennbaren Zahlen dargestellt (z.B. „sechsundneunzig Euro“ statt „96 €“).
  • Durch zusätzliche Worte wie z.B: „Freeware“ bei Programmangeboten oder „Gratis“ bei den Diensten wird suggeriert, dass der weitere Dienst auch kostenfrei sei.
  • Preis- und Vertragshinweise sind nicht vorhanden.

Seit dem 01.08.2012 besteht nun die Pflicht gem. § 312g BGB im elektronischen Geschäftsverkehr mittels der „Buttonlösung“ auf die Kostenpflichtigkeit hinzuweisen. Der Kunde muss beim Klicken auf den Bestellbutton erkennen, dass dieser Dienst kostenpflichtig ist. Seit diesem Zeitpunkt sind die Vorfälle mit Abofallen deutlich zurückgegangen. Die Täter finden jedoch neue Schlupflöcher, die wie folgt ausgenutzt werden:

Auf neuen Internetseiten wird Großhandelsware günstig angeboten. So kommen Schnäppchenjäger auf der Suche nach z.B. günstiger Elektro-Ware über Suchmaschinen, Werbebanner oder Soziale Netzwerke zum jeweiligen Angebot. Für die Nutzung ist eine Registrierung notwendig. Die Hinweise, dass die Angebote lediglich für gewerbliche Verbraucher bestimmt sind und monatliche bzw. jährliche Gebühren kosten, werden leicht übersehen.

Die Verbraucherzentralen raten Betroffenen: „Bestreiten Sie den Vertragsabschluss und berufen Sie sich auf verschiedene verbraucherfreundliche Gerichtsentscheidungen.“

(Quelle: http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/UNIQ136178953407578/link1810606A.html ; 25.02.2013)

Informieren Sie sich auch bei den Verbraucherzentralen vor Ort (z.B. http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/ )

Im Falle einer Abmahnung können Sie sich ebenfalls an die Verbraucherzentralen wenden. Sollte eine Straftat vorliegen, kontaktieren Sie Ihre zuständige Polizeidienststelle.

Die Polizei rät, keine Zahlungen zu leisten, solange die Rechtslage nicht eindeutig geklärt ist. Der Polizei sind zahlreiche Zustellungen bekannt, bei denen die Empfänger durch Hinweise auf Inkassounternehmen oder weitere zivil- oder strafrechtliche Folgen zur Zahlung aufgefordert werden.

Ebenfalls sind mehrere Fälle bekannt, bei denen die Zahlungen gerechtfertigt waren und der Empfänger tatsächlich vergessen hatte, zu bezahlen. Oft werden säumige Zahlungen durch die Firmen (z.B. Versandhäuser) an beauftragte Inkassounternehmen übergeben. Dadurch kann es passieren, dass der Empfänger der Zahlungsaufforderung die Zahlung nicht korrekt zuordnen kann und diese zunächst als Abzocke einordnet. Ebenfalls können auch Familienmitglieder für einen Vertragsabschluss verantwortlich sein. Hinterfragen Sie dieses im Familienkreis bevor Sie an eigene rechtliche Schritte denken.

Sollten Sie einen Mahnbescheid vom Gericht erhalten (z.B. siehe Muster http://www.mahngerichte.de/verfahren/vordrucke/images/mbgesamt.png),  sollten Sie diesen ernst nehmen. Beachten Sie auch die Hinweise und die Fristsetzung für einen Widerspruch auf dem Formular. Weitere Hinweise über das Mahnverfahren sind zu finden auf http://www.mahngerichte.de/ .

  • Vorsicht vor Internetanbietern, die für gewerbliche Nutzer Grosshandelsangebote zur Verfügung stellen. Hier kann eine Abofalle versteckt sein.
  • Leisten Sie keine Zahlungen, solange die Rechtslage nicht eindeutig geklärt ist.
  • Fragen Sie in Ihrem Haushalt nach, ob es ggf. durch ein Familienmitglied doch zu einem, möglicherweise ungewolltem Vertragsabschluss gekommen ist.
  • Prüfen Sie, ob tatsächlich säumige Zahlungen bestehen. Nutzen Sie ggf. Suchmaschinen im Internet, um z.B. mehr über das Inkassounternehmen und die beauftragende Firma zu erfahren.
  • Fragen Sie ggf. beim Inkassounternehmen persönlich nach.
  • Bedenken Sie auch mögliche Falschaussagen oder Halbwahrheiten in diversen Internetforen, das sogenannte „gefährliche Halbwissen“. Dies wird oft auch durch andere verärgerte Betroffene verbreitet.
  • Nehmen Sie das Beratungsangebot (z.B. auch Musterbriefe) der zuständigen Verbraucherzentrale in Anspruch. Dieses kann ggf. kostenpflichtig sein.
  • Sollten Sie einen Mahnbescheid vom Gericht bekommen, so haben Sie die Möglichkeit, fristgerecht Widerspruch einzulegen. Beachten Sie unbedingt die Hinweise und Fristen auf dem Mahnbescheid.
  • Beachten Sie Ihre möglichen Rechte gem. BGB §§ 312ff und 355.

Online-Apotheke - Medikamente über das Internet

Auch im Apothekenbereich hat sich das Internet inzwischen stark verbreitet. Es lassen sich Medikamente aller Art einkaufen, Schnäppchen finden und Rezepte einlösen. Aber auch hier tummeln sich illegale Anbieter oder Anbieter, die nicht einwandfreie Waren anbieten. Oft bieten letztere Anbieter Ihre Waren auch über zahlreiche Spammails an.

Seien Sie hier besonders vorsichtig, denn hier geht es um Ihre Gesundheit!

Typische Gefahren, die bei Online-Apotheken und Medikamenten-Angeboten lauern können:

  • Betrug (Sie bestellen und bezahlen, erhalten aber keine Waren).
  • Sie erhalten illegale Medikamente/Produkte. Ggf. drohen weitere strafrechtliche Konsequenzen bei Zollkontrollen.
  • Sie erhalten gesundheitsschädliche Medikamente/Produkte.
  • Sie erhalten nicht zugelassene Medikamente.
  • Sie erhalten gefälschte Produkte.
  • Phishing Ihrer Privat- und Zahlungsdaten.
  • Sogenannte „Cyber-Docs“ verordnen Medikamente ohne persönliche Untersuchung.
  • Sie erhalten Falschauskünfte.
  • Vorsicht vor Produkten aus Drittstaaten (nicht D / EU).
  • Rezeptpflichtige Medikamente werden ohne Rezeptvorlage angeboten.
  • Vorsicht bei Spam-Mail-Angeboten!
  • Schadsoftware (über verseuchte Mails oder Webseiten).

Nicht alle Apotheken und Angebote sind schlecht. Um diesen Gefahren jedoch entgegenzuwirken, möchten wir Ihnen ein paar Möglichkeiten nennen, wie Sie sichere und zugelassene Apotheken erkennen können:

  • Kaufen Sie nur bei zugelassenen Online-Apotheken ein (gem. § 11 Apothekengesetz).
  • Halten Sie Rücksprache mit einem „echten“ behandelndem Arzt.
  • Seien Sie vorsichtig bei Bekanntgabe von Privat- und Zahlungsdaten.
  • Kontrollieren Sie die Internetseite (z.B. Onlineregister, Sicherheitslogo-Rückverfolgung zum Register). Weitere Infos dazu unten.
  • Nutzen Sie die Apotheke vor Ort (ggf. verfügt diese über einen eigenen zugelassenen Internetversand).
  • Kontrollieren Sie das Impressum.

Folgende Onlineregister sind in Deutschland für Online-Apotheken verfügbar:

1.http://www.dimdi.de/static/de/amg/var/index.htm

Ein Klick auf das Logo führt zu: https://versandapotheken.dimdi.de/

2.http://www.bvdva.de/zugelassene-versandapotheken.html

Sollten Sie in einer Onlineapotheke ein entsprechendes Logo oder einen entsprechenden Hinweis auf diese Zulassung finden, führen Sie eine Gegenkontrolle durch. Schauen Sie beim Onlineregister nach und prüfen Sie, ob die Apotheke tatsächlich dort registriert ist und kein Missbrauch des Logos stattgefunden hat. Nutzen Sie oben stehende Links. Dort können Sie dann auch einsehen, ob z.B. die gewählte Apotheke Rezepte einlösen kann.

Gewinnversprechen am Telefon, per Post oder E-Mail

Der Phantasie der Täter sind keine Grenzen gesetzt. Bevorzugt werden ältere Mitbürger angerufen/angeschrieben und auf mögliche Gewinne angesprochen. Die Anrufer versuchen durch ein geschicktes Redeverhalten, den Angerufenen z.B. von einem Gewinn oder einer Gewinnspielteilnahme zu überzeugen. Neben echten Gesprächspartnern kann es auch dazu kommen, dass die Telefonate von Anrufmaschinen getätigt werden. Es kommt dabei auch vor, dass solche Anrufe sich ständig wiederholen. Die Angerufenen haben das Gefühl, von solchen Telefonaten sprichwörtlich terrorisiert zu werden.

Seien Sie bei solchen Anrufen vorsichtig mit Ihren Angaben. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl.

Nachfolgend ein paar Hinweise, wie Sie solche Anrufer erkennen:

  • Täter fragen nach sensiblen Kunden- und Bankdaten sowie weiteren persönlichen Daten.
  • Täter fordern zum Abgleich von Daten auf, nennen aber selber nur Bruchstücke oder falsche Daten.
  • Täter drohen mit rechtlichen Konsequenzen, Sperrung, Zusatzkosten, Schufa usw..
  • Täter haben einen ausländischen Akzent (inzwischen aber auch sehr gute Deutschkenntnisse und akzentfrei).
  • Täter fordern auf, eine spezielle Rückrufnummer an-  oder Internetseite aufzurufen.
  • Die Rufnummer wird unterdrückt.
  • Es wird eine ausländische/ungewöhnliche Rufnummer im Display angezeigt.
  • Täter versprechen einen Gewinn, der jedoch unter einer anderen Rufnummer mittels Rückruf angefordert werden muss.
  • Täter versprechen einen Gewinn, der jedoch erst nach Zahlung von z.B. Anwaltskosten oder Überführungsgebühren in Anspruch genommen werden kann.
  • Täter verfügen nicht immer über ein vollständiges Wissen, sondern nutzen die Informationen, die die Opfer gerade am Telefon bekanntgegeben haben (z.B. Enkeltrick http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick.html) Sehen Sie auch zum Thema "Enkeltrick" unsere Warnung auf Youtube.

Leider bietet die heutige Internettechnik den Tätern die Möglichkeit, Rufnummern aus verschiedenen Städten vorzutäuschen. Dadurch kann die Herkunft von z.B. einer Anwaltskanzlei vorgespielt werden. Ebenfalls ist es möglich, über spezielle Internetdienste fremde, tatsächlich existierende Rufnummern anzuzeigen. Eine Rückfrage bei der Ihnen bekannten Rufnummer (nicht Rückwahlfunktion) wird im Zweifelsfall empfohlen.

Sie haben die Möglichkeit, sich gegen solche Anrufe zu wehren und den Missbrauch Ihrer Daten zu verhindern:

  • Geben Sie keine sensiblen und privaten Daten am Telefon bekannt.
  • Gehen Sie keine Verträge am Telefon ein. Seien Sie vorsichtig mit Bestätigungen Ihrerseits, z.B. durch das Wort „Ja“.
  • Geben Sie keine PIN und TAN über die Telefontastatur ein, wenn Sie durch den Anrufer dazu aufgefordert werden.
  • Bestätigen Sie keine Aufforderung der Anrufer durch das Eintippen einer geforderten Zahl.
  • Tätigen Sie keinen Rückruf auf der Ihnen angezeigten Nummer.
  • Tätigen Sie keinen Rückruf auf der Ihnen im Gespräch genannten Nummer.
  • Dokumentieren Sie den Anruf/die Anrufe (Datum, Uhrzeit, Rufnummer, Gesprächspartner, Gesprächsinhalt, Firma, Häufigkeit usw.).
  • Fragen Sie im Zweifelsfall bei der echten Hotline nach.
  • Vermeiden Sie sensible Gespräche in der Öffentlichkeit (z.B. Bahn, Café).
  • Melden Sie den Rufnummernmissbrauch an die Bundesnetzagentur www.bundesnetzagentur.de.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Telefonrechnung.
  • Seien Sie vorsichtig bei der Herausgabe Ihrer privaten Daten (z.B. Gewinnspiele in Zeitschriften, TV oder Internet).
  • Lassen Sie Ihre Rufnummer aus dem Telefonbuch (inkl. Onlinetelefonbuch, Auskunft) nehmen. Fragen Sie hierfür bei Ihrem Telefonanbieter nach.
  • Geben Sie Rufnummern nicht an Unbekannte weiter.
  • Weisen Sie z.B. bei Geheimnummern auch Freunde darauf hin, die Nummer nicht an unbekannte Personen zu geben.
  • Nutzen Sie technische Hilfsmittel, die Anrufe blockieren oder nur ausgewählte Anrufer durchstellen. Fragen Sie dazu Ihren Telefonanbieter und im Fachhandel nach.
  • Fragen Sie Ihren Telefonanbieter nach einer (kostenpflichtigen) Fangschaltung.
  • Klären Sie Mitbewohner/Familienmitglieder über die Maßnahmen und das Verhalten am Telefon auf.
  • Wichtig ist hierbei, dass Sie solche falschen Anrufe von echten, Ihnen bekannten Firmen unterscheiden, die Sie über eine Ihnen bekannte und echte Hotlinenummer selbst anrufen.

Sollten Sie jedoch durch übermäßige Anrufe belästigt werden, so nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Telefonanbieter auf und fragen nach einer möglichen technischen Lösung. Nutzen Sie ebenfalls die Meldeformulare der Bundesnetzagentur. Im Fall von Stalking und anderen Straftaten wenden Sie sich auch an Ihre Polizei. Bringen Sie dazu auch Ihre Notizen zu den Anrufen mit.

Gewinnversprechen mit Vorabzahlung über Guthabenkarten an Täter

Neben den zuvor genannten Maschen bei Gewinnversprechen hat sich in letzter Zeit auch die Masche ausgebildet, dass für den Erhalt eines Gewinnes der Gewinner in finanzielle Vorleistung treten muss, um seinen Gewinn zu bekommen.

Die Täter schreiben einen per Mail an oder rufen sogar telefonisch durch. Hierbei wird wieder ein hoher Geldbetrag, den man gewonnen hätte, zugesagt. Um diesen Gewinn zuzustellen müsse der Gewinner jedoch die Zustellung bezahlen. Die Bezahlung soll per Guthabenkarten erfolgen. Diese Guthabenkarten kann man legal an Tankstellen, in Drogeriemärkten, Postfilialen, Discountern, Supermärkten oder Elektronikmärkten erwerben. Hierbei handelt es sich in der Regel um Plastikkarten, die einen gewissen Wert freigeschaltet bekommen (z.B. 20, 50 oder 100 Euro), wenn diese an der Kasse bezahlt werden.

Die Täter verlangen nun, dass der Gewinner für den Erhalt seines Gewinnes solche Guthabenkarten im Wert von mehreren hundert Euro erwirbt. Später melden sich die Täter dann erneut, z.B. telefonisch und erfragen dann die Einlösecodes, die auf diesen Karten abgedruckt (teilweise freizurubbeln) sind. Sobald die Täter diese Codes haben, werden diese auch auf den entsprechenden Plattformen im Internet eingelöst und weiterverwertet.
Ggf. kommt es sogar zu einem weiteren Anruf, wo die Täter plötztlich noch mehr Geld versprechen und erneut Guthabencodes verlagen, da die Gewinnsumme gestiegen sei und Transport- und Versicherungskosten für den Geldboten somit auch gestiegen sind.

Typische Gutehabenkarten, die verlangt werden sind: Steam, Amazon, Paysafe, UKash, iTunes usw.

Die Karten werden innerhalb kürzester Zeit eingelöst und sind für den Gewinner mit dieser Einlösung wertlos. Die Guthaben werden als z.T. für anonymes Bezahlen im Internet verwendet. Es kann auch sein, dass in speziellen Foren, aber auch über Kleinanzeigenportale die Karten kurzfristig weiterverkauft werden (z.B. 70 Euro für eine 100 Euro Karte).

Auch hier gilt: Gehen Sie nicht auf die Gewinnversprechen der Täter ein. Kaufen Sie keine Gutehabenkarten und übermitteln Sie somit kein Geld vorab an unbekannte Personen!

CEO-Fraud - Betrug auf Chef-Etage mit gefälschten Mails

Cyberkriminelle werden immer raffinierter. So suchen sie sich ihre Opfer, besonders in Wirtschaftsunternehmen, gezielt aus. Webseiten und soziale Medien machen es einfach. Die Täter sammeln Informationen über entscheidungsrelevante Personen (in der Regel die Geschäftsführer = CEO für Chief Executive Officer) sowie deren Sekretariate/Mitarbeiter. Im Anschluss werden hier verschiedene Personen, die sehr wahrscheinlich auch über die Kontogewalt verfügen per Mail angeschrieben. In der Mail geben sich die Täter als zuvor ausgekundschaftete Geschäftsführer (oder vergleichbare Personen) aus. Der Empfänger soll die Mail absolut vertraulich behandelt, da es um eine geheime Firmenübernahme, einen noch geheimem Großauftrag oder ähnliches geht. Für diese Aktion müsse unbedingt ein hoher Geldbetrag überwiesen werden. Da die Mail optisch gefühlt vom "Chef" kommt, wird ziemlich schnell den Anweisungen Folge geleistet und das Geld überwiesen.

Erst wenn es meist zu spät ist, fällt der Betrug (auf englisch Fraud oder hier dann CEO-Fraud) auf.
Hier ist es wichtig, dass die Mitarbeiter einer Firma, die insbesondere Kontovollmacht haben, über diese Gefahr informiert werden. Die Vorgehensweise muss vorab abgesprochen werden, so dass solche Anweisungen per Mail auf alternativem Wege (Telefonat, persönliches Vieraugen-Gespräch) verifiziert werden.

 

 

Microsoft Anruf - Betrug mit gefälschtem Support per Telefon

Täglich werden sie gemeldet: Anrufer, die sich als Microsoft-Support am Telefon ausgeben. Sie rufen wahllos Telefonnummern an und hoffen, dass sie auf einen treffen, der dir Geschichte glaubt.

Die Anrufer sprechen in der Regel englisch mit leicht indischem Akzent. Sie geben vor, der Windows-Computer des Angerufenen sei durch Schadsoftware belastet und es müsse dringend gehandelt werden, damit diesr z.B. nicht gesperrt werde. Wer sich nun auf das Spiel einlässt, wird von den Anrufern aufgefordert, eine Fernwartungssoftware zu installieren. Diese ist meist "Teamviewer" oder "Ammyy". Dieses Tool ist legal und kostenfrei. So wird auch keine Antivirensoftware aktiv. Im Anschluss gibt der Angerufene seine Teamviewer-Teilnehmernummer an die Täter bekannt. Diese können sich somit auf den Computer des Opfers einwählen und ihre Arbeit verrichten. Zwar kann bei Teamviewer jeder Schritt am Monitor verfolgt werden. Die Täter agieren jedoch so schnell, dass man die Schritte als ungeübter PC-Nutzer kaum nachvollziehen kann. Sehr gern wird die Antivirensoftware deaktiviert und neue Schadsoftware nachgeladen (z.B. Spionagetools, die Passwörter ausspähen; Trojaner, die Daten verändern usw.).
Ist der angebliche Reperaturvorgang abgeschlossen, so möchten die Täter ihre Bezahlung dafür haben. So gibt es Fälle, wo Kreditkartendaten abgefragt wurden und später viel höhere Preise berechnet wurden. Ebenfalls wurde berichtet, dass das Onlinebanking manipuliert wurde.

Es gibt auch Varianten, wo eine Meldung auf dem Monitor des Opfers erscheint. Diese kann z.B. wie ein Bluescreen (bekannte Absturzmeldung aus Windows XP Zeiten) sein oder eine vergleichbare Seite, die beim Surfen erscheint. Oft wird dann behauptet, der Rechner sei mit Viren verseucht und man müsse eine angezeigte Rufnummer anrufen. Sogar eine Sprachausgabe über die Lautsprecher habe es schon gegeben.

Vermehrt überreden die Anrufer die Opfer zu einer Eingabe in der Kommandozeile in Windows (z.B. Erreichbar über Windows-Taste + R-Taste mit anschließender Eingabe des Befehles cmd). Durch Eingabe spezieller Befehle (z.B. "assoc") gelangen Sie z.B. an eine Ziffernfolge (CLSID), die jedoch bei Windowssystemen identisch ist (888DCA60-FC0A-11CF-8F0F-00C04FD7D062). Dies ist keine Individualnummer. Somit ist es auch kein Wunder, dass die Anrufer diese Nummer kennen.

Ebenso haben wir auch Hinweise, dass die Täter nicht nur vorgeben von Microsoft zu sein. So werden auch irgendwelche Computerfirmen genannt, die entsprechend beauftragt wurden. Auch Apple-Nutzer sind bereits hereingefallen. Bei Apple haben wir in der Regel den Hinweis, dass die Täter lediglich den Terminal unter MacOS gestartet haben und irgendwelche Befehle ausgeführt haben, die keinen Schaden verursachen sondern nach viel Technik ausschauen.

Was kann man machen?

  • Sollten Sie einen Anruf dieser Art bekommen, legen Sie einfach auf.
  • Notieren Sie Datum, Uhrzeit und Rufnummer.
  • Installieren Sie keine Software, die Ihnen genannt wird!
  • Falls die Anrufe mehrfach kommen sollten, können Sie diese ggf. über Ihre Telefonanlage (z.B. Router) sperren.
  • Informieren Sie Freunde und Familie, dass diese auf die Masche nicht hereinfallen.

Ich habe die Täter auf meinen Computer gelassen. Was nun?

  • Beenden Sie die Verbindung zum Internet!
  • Bereinigen Sie Ihr System. Nutzen Sie Ihre Antivirensoftware und zusätzlich die Tools von Opens external link in new windowwww.botfrei.de (EU-Cleaner und PC-Cleaner).
  • Vermeiden Sie den Gebrauch von Logins auf dem Computer, solange nicht sicher ist, ob Schadsoftware aufgespielt wurde.
  • Im Zweifelsfall ist eine Neuinstallation notwendig.
  • Notieren Sie die Verbindungsnummer des Computers, den die Täter zur Einwahl benutzt haben. Ggf. sind diese Daten im Verbindungsprotokoll ersichtlich.
  • Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizei.
  • Informieren Sie unverzüglich Ihre Bank oder Ihr Kreditinstitut. Lassen Sie ggf. die Kreditkarte sperren.

Leider gibt es immer wieder neue Tätergruppierungen, die diese Masche durchführen. Auch wenn die Polizei bereits in der Vergangenheit ein solches Call-Center in Indien ausfindig machen und entsprechende Maßnahmen durchführen konnte. Das Internet bietet den Tätern vielseitige Möglichkeiten. So werden Anonymisierungsdienste oder die gefälschte Übertragung von Telefonnummern (Call-ID-Spoofing) verwendet. Zum Teil greifen die Täter auch auf Datenbanken zu (z.B. aus Hacking-Vorfällen). Hier sind ggf. Rufnummern mit Namen, Adressen und Mailadressen verknüpft. So wissen die Täter, dass die hinterlegte Person auch tatsächlich einen Computer nutzt.

 

 

Ausweiskopien, amtliche Dokumente und Personalien - Woher und was geschieht damit?

Immer wieder kommt es dazu, dass die Täter bei Onlineverkäufen (Auktionsplattformen, KFZ, Immobilien, Bewerbungen, Datinplattformen usw.) auch nach den Ausweisdokumenten der Käufer/Verkäufer fragen. Die Täter geben vor, dass Sie Ware sicher verkaufen oder kaufen wollen und sich damit absichern möchten. Erst wenn sie einen Scan des Personalausweises, der Bankkarte, des Führerscheins, Zulassungsbescheinigung usw. haben, sind sie bereit Geld zu überweisen oder die angebliche Ware zu versenden.

Dies ist eine zusätzliche Falle. Die Täter wollen neben Ihren Waren oder Ihrem Geld auch diese amtlichen Dokumente, um sich später als Sie auszugeben. Mit diesen Dokumenten gauckeln sie anderen potentiellen Opfern vor, dass ihre Absichten seriös sind. Die Opfer glauben, dass sie tatsächlich mit der Person vom eingescannten Ausweis per Mail oder Telefon in Kontakt stehen. Wie soll ja auch sonst jemand an diese Ausweiskopie gelangen.

Zudem werden diese Dateien und Daten auch gern im Internet weiterverkauft. Im Darknet findet man genügend solcher Ausweisscans (weltweiter Herkunft) zum Kaufen.

Was machen die Täter noch mit den Daten?

Die Möglichkeiten sind leider vielfältig und man kann nicht mit Sicherheit sagen, welche Daten wofür missbräuchlich verwendet werden. Typische Verwendungen sind:

- personalisierter Spam (also Vorsicht, wenn Sie persönlich mit Namen und Anschrift genannt werden, Sie aber den Absender/Shop gar nicht kennen oder auch nichts erwarten! Öffnen Sie keine Links oder Mailanhänge!)

- Werbung

- Bestellung auf Ihren Namen (Waren, Internetangebote, Domainadressen usw.)

- Erpressung (per Mail oder auch per Briefpost)

- Eröffnen von Bankkonten

- Eröffnen von Online-Accounts (in Shops, Mail, Datingprofile usw.)

Versenden Sie niemals Ausweiskopien, amtliche Dokumente, persönliche Daten an Personen, die Sie nicht aus dem echten Leben kennen und denen Sie voll vertrauen!

Prüfen Sie regelmäßig mit Suchmaschinen, ob Sie etwas ungewöhnliches im Internet mit Ihrem Namen finden.

Sollten Sie an die Täter bereits eine Ausweiskopie oder Vergleichbares geschickt haben, so melden Sie dies auch bei Ihrer örtlichen Polizei und erstatten Sie Anzeige. Sollte es später zu Ermittlungen kommen, bei denen Ihre Ausweiskopie im Spiel ist, können Sie dies u.a. durch diese Anzeigenerstattung belegen!

Im Internet gibt es spezielle Dienstleister (z.B. Opens external link in new windowhttps://www.idnow.de/ ), die eine Legitimation mittels Ausweis online durchführen können. Dieses wird jedoch nur für Mobilfunkanbieter und Banken durchgeführt! Achten Sie bei solchen Durchführungen, wenn Sie z.B. mit einem Mitarbeiter mittels Videoident sprechen, genau auf den Anwendungsbereich, für den Sie die Identifizierung durchführen! Hier missbrauchen inzwischen Täter diese Dienstleister für angebliche Jobbewerbungen. Dem Opfer (Jobsuchenden) wird erzählt, dass man für den Job diese Videoidentifizierung machen müsste. Tatsächlich aber wird dadurch die Eröffnung eines Bankkontos durchgeführt. In Aussicht auf einen Job kann es passieren, dass das Opfer diesen Hinweis des seriösen ID-Unternehmens überhört.

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