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Betrug

Betrug gibt es in vielerlei Form. Die Welt des Internets macht es dem Betrüger leicht, da hier viele Menschen innerhalb kürzester Zeit erreicht werden können und viele Möglichkeiten bestehen, mit den Daten fremder oder fiktiver Personen Geld, Waren oder andere Dienstleistungen zu erhalten, ohne diese letztendlich selbst zu bezahlen.

Sollten Sie durch einen Betrug zu Schaden gekommen sein, so wenden Sie sich an Ihre nächste Polizeidienststelle oder die Onlinewache der Polizei Niedersachsen

Nachfolgend möchten wir Ihnen die gängigen Methoden der Betrüger vorstellen und Ihnen zeigen, wie Sie sich davor schützen können.

Warenbetrug - Geld ist weg und Ware kommt nicht?

Hier wird Ware durch den Käufer bezahlt, der Verkäufer jedoch verschickt die bestellte Ware nicht oder versendet ggf. eine minderwertige Alternative. Ein solcher Betrug ist häufig auf Auktionsplattformen zu finden. Dafür werden gefälschte oder gehackte Verkäuferaccounts benutzt.

Die Täter gehen bei gefälschten Accounts zum Teil auch sehr geschickt vor. Sie geben an, auf einer Insel in der Nord-/Ostsee zu wohnen. Die ersteigerte Ware könne selbstverständlich durch den Gewinner der Auktion vor Ort abgeholt werden. Viele Käufer scheuen jedoch diesen zusätzlichen Weg, fühlen sich aber durch die angebotene Option der Abholung vor Ort in Sicherheit, ersteigern und bezahlen letztendlich die Ware, die jedoch nicht existent ist. Das Geld fließt auf Bankkonten zuvor angeworbener Finanzagenten.


Warenkreditbetrug - Ware ist weg und Geld kommt nicht?

Warenkreditbetrug

Die Ware wird durch Täter bestellt und durch Verkäufer verschickt, jedoch vom Täter nicht bezahlt.

Beispiele:

  • Überwiegend bei Onlineshops.
  • Nutzung gefälschter/gehackter Accounts.
  • Nutzung gehackter Zahldienste-Accounts.
  • Nutzung von fremden Bankkonten zur Bezahlung.
  • Nutzung von Lieferdiensten wie Packstation (gehackte Packstation-Acccounts und auch Warenagenten).
  • Nutzung von Wohnungsleerstand/Klebchen (aufgeklebte Namenszettel an Briefkästen).

 

Vorauszahlungsbetrug/Vorschussbetrug

Vorauszahlungsbetrug oder Vorschussbetrug werden die Betrugsmaschen genannt, bei denen das Opfer angeblich hohe Geldbeträge oder hochwertige Güter erhalten soll, dafür jedoch mit vergleichsweise geringen Geldbeträgen in Vorleistung treten soll, um z.B. Rechtsanwälte oder Überweisungsformalitäten zu bezahlen.

Nigeria-Connection und Co - Hello I have an offer for you

Hier werden per E-Mail oder per Briefpost große Vermögenswerte in Aussicht gestellt. Dies können Lotteriegewinne, Kriegsbeute, Erbschaften, annektierte Staats- und Firmengelder sein.

Versender sind in der Regel angeblich hochrangige Staatsbürger des Versenderlandes. Die benutzte Sprache ist oft englisch oder schlecht übersetztes Deutsch.

  • Reagieren Sie nicht auf Briefe, E-Mails oder Telefonate in denen Ihnen hohe Geldsummen versprochen werden (ausländische Lotteriegewinne, Nachlassregelung, Autos usw.).
  • Treten Sie nicht in Vorleistung für irgendwelche Gewinne oder Wertgegenstände.
  • Notieren Sie bei Anrufen die angezeigte Rufnummer und den Gesprächsinhalt.
  • Melden Sie unaufgeforderte Anrufe/Gewinnbenachrichtigungen an die Bundesnetzagentur (Rufnummernmissbrauch).
  • Fragen Sie im Zweifelsfall bei einer Polizeidienststelle nach.
  • Nutzen Sie Internetsuchmaschinen und recherchieren Sie Inhalte der Briefe und E-Mails. Oft ist auch die Suche ganzer Textabschnitte möglich.

Treuhandbetrug - Angeblicher Treuhänder sichert Ihr Geld

Hochwertige Ware oder Schnäppchenware wird von den Tätern (meist aus dem Ausland) zum Kauf angeboten oder ein Kaufgesuch bezüglich Ihrer Ware (z.B. Smartphone, Auto, Sammlerstück) erfolgt vom Täter. Der Täter nennt Ihnen eine Treuhänderbank, auf die Sie Ihr Geld zwischenüberweisen oder der Täter angeblich sein Geld überwiesen hat. Ggf. bekommen Sie sogar noch Daten eines Transportunternehmens mitgeteilt, welche einen angeblichen Versand der Ware bestätigen soll.

Alternativ werden Sie aufgefordert, die Ware zu verschicken, da das Geld des Käufers bereits beim Treuhänder auf die Freigabe warten würde. Letztendlich wird niemals Ware oder Geld vom Täter verschickt. Sie haben das Nachsehen, da Ihre Ware und/oder Ihr Geld weg sind.

Die Täter gehen sogar so raffiniert vor, dass für die Treuhandbank und Transportdienste sogar eigene Internetseiten erstellt werden und auch Bestätigungs-E-Mails von dort verschickt werden. Sehr häufig findet diese Betrugsvariante in Verbindung mit dem Autokauf statt.

Sie erkennen Betrüger u.a. an folgenden Merkmalen:

  • Verkaufsgespräche erfolgen auf englisch/in schlechtem Deutsch, ggf. wurden Übersetzungsprogramme verwendet.
  • Täter besteht auf Nutzung eines speziellen und unbekannten Transportdienstleisters / Treuhänders.
  • Täter verschickt gefälschte Schecks.
  • Täter verschickt gefälschte Ausweiskopien.
  • Täter verschickt „versehentlich“ höher dotierte (gefälschte) Schecks und verlangt eine Weiterüberweisung des überzahlten Betrages. Alternativ erhalten Sie Geld auf Ihr Konto überwiesen, welches jedoch von gehackten Onlinebanking-Accounts anderer Geschädigter stammt.

Wie Sie sich schützen können:

  • Seien Sie vorsichtig bei Angeboten und Kaufgesuchen aus dem Ausland/in englischer Sprache.
  • Nutzen und bestehen Sie auf bekannte und seriöse Zahlungsdienste/Treuhanddienste.
  • Nutzen und bestehen Sie auf bekannte und seriöse Transportdienstleister.
  • Lassen Sie erhaltene Schecks vor Warenversand durch Ihre Bank auf Echtheit überprüfen. Weisen Sie Ihre Bank ggf. auf die Verkaufsumstände hin.
  • Fragen Sie notfalls bei einer Polizeidienststelle nach und lassen Sie z.B. zugeschickte Ausweiskopien überprüfen.
  • Überprüfen Sie die angebotenen Treuhand- und Transportdienste z.B. mittels Internetsuchmaschinen.

Zusätzliche Hinweise zum Kfz- und Nutzfahrzeug-Betrug

  • Verabreden Sie sich mit dem Käufer/Verkäufer nicht allein.
  • Nutzen Sie als Treffpunkte keine Ihnen unbekannten, unübersichtlichen und menschenleeren Orte.
  • Gehen Sie mit dem Käufer zur Bank und lassen das Geld vor Ort einzahlen.
  • Geben Sie keine Schlüssel/Zulassungsbescheinigungen voreilig heraus.
  • Machen Sie eigene Kennzeichen (auf Internetfotos) unkenntlich.
  • Geben Sie keine eigenen Versicherungsdaten und Kennzeichendaten an angebliche Kaufinteressenten (z.B. per E-Mail oder Telefon) raus. Die Täter geben z.B. vor, vorab überprüfen zu wollen, wie hoch die Versicherungskosten sein können.
  • Beachten Sie die Sicherheitshinweise der Verkaufsportale.
  • Lassen Sie sich nicht von Schnäppchen zu Fehlhandlungen verleiten.
  • Auf http://sicherer-autokauf.de/de/ erhalten Sie ausführliche Tipps!
  • Nutzen Sie vorgefertigte Verkaufsformulare, die Sie im z.T. im Schreibwarenhandel oder bei Automobilclubs erhalten.

Internet-Love-Scam - Das falsche Spiel mit der Liebe in Datingbörsen und Co

Bei dieser Betrugsvariante, auch Romance-Scamming (Scam = englisch für Betrug) genannt, sind die Nutzer von Single-Börsen oder Internetchats die Opfer. Die Täter schreiben mit gefälschten Profilen die Opfer an und bauen über Tage, Wochen und Monate eine Beziehung auf. Hierbei werden auch Bilder und Videos verwendet, die jedoch von ganz anderen Personen (z.B. aus öffentlichen Profilen in Sozialen Netzwerken) stammen. Der Schriftverkehr findet sehr schnell über den privaten E-Mailaccount, anstelle der eigentlichen Internetplattform statt. Es folgen möglicherweise Telefonate und Videochats. Hierbei werden oft fremde Videos oder Standbilder benutzt. Entsprechende Erklärungen für eine schlechte Bildqualität oder ein Nichtfunktionieren der Chats liefern die Gesprächspartner auf Nachfrage prompt ab.

Irgendwann benötigt der neue Partner plötzlich finanzielle Unterstützung und bittet das Opfer um Hilfe in der Not. Ist das Opfer bereit, die hohen Kosten für diese Notlage (z.B. Krankheit oder OP des Kindes), den Flug zum Opfer oder vergleichbares zu bezahlen, wird dem Opfer ein Empfänger genannt, auf dessen Bankkonto das Geld überwiesen werden soll. Hierbei handelt es sich sehr oft um einen Finanzagenten. Gibt das Opfer an, Bedenken bei der Überweisung zu haben oder selbst nicht über die Geldmittel zu verfügen, so wird die Möglichkeit angeboten, dass ein Bekannter/Verwandter des neuen Partners kurzfristig aushelfen könnte. Das Opfer müsse lediglich selbst nur sein Bankkonto zur Verfügung stellen (Opfer wird somit zum Finanzagenten). Das Geld müsse dann schnell weitergeleitet (Auslandsüberweisung, Western Union) oder in Prepaid-Codes (Ukash oder Paysafecard) umgewandelt und die Bezahlcodes per E-Mail weitergeschickt werden. Alternativ kann das Opfer auch gefälschte Schecks erhalten, deren Wert dann ebenfalls überwiesen werden soll. Erst später wird sich dann herausstellen, dass die Schecks gefälscht sind.

  • Vorsicht bei Kontakten über Single-Börsen und Chatrooms (auch fremdsprachig). Sie können nicht wissen, wer tatsächlich dahinter steckt.
  • Geben Sie keine persönlichen Daten (Echtname, Anschrift, Bankdaten, Bild- und Videomaterial usw.) bekannt.
  • Seien Sie misstrauisch bei plötzlichen Notfällen, Ausreisewünschen usw. in Verbindung mit Geldangelegenheiten.
  • Seien Sie vorsichtig bei zugeschickten Schecks.
  • Lehnen Sie Überweisungen auf Ihr Bankkonto ab.
  • Täter senden gern als Bestätigung eingescannte und gefälschte Ausweisdokumente und Urkunden zu.
  • Täter verweisen auf gefälschte Internetseiten (z.B. angebliche Firma) um Seriösität vorzutäuschen.
  • Sie machen sich ggf. der Geldwäsche strafbar!

Immobilien-Betrug - Mieten, Kaufen, Nichts bekommen!

Suchen Sie eine Wohnung oder ein Haus zum Kaufen oder Mieten? Dann nutzen Sie wahrscheinlich auch Internetportale für Ihre Suche. Durch verschiedene Einstellungen finden Sie möglicherweise Ihre Traumimmobilie. Leider tummeln sich auch hier schwarze Schafe herum. Dabei handelt es sich um Betrüger, die Ihnen nicht existente oder fremde Immobilien vermitteln wollen. Alle benötigten Informationen zu den Immobilien finden die Täter ebenfalls im Onlineportal. Die Wohnungsangaben und die zugehörigen Bilder werden missbraucht und neue Annoncen werden erstellt. Die Preise werden dann in der Regel so gestaltet, dass sie verlockend auf den Kaufinteressenten wirken. Der Kunde beisst an und bittet um einen Besichtigungstermin. Diesen könne der Verkäufer jedoch aus privaten oder beruflichen Gründen nicht persönlich wahrnehmen, so schreibt der Täter dann oft in schlechtem Deutsch oder auf Englisch zurück. Der Kunde könnte aber auf ein Treuhandkonto eine Kaution einzahlen. Dafür würde er dann den Wohnungsschlüssel bekommen, mit dem er sich die Wohnung eine Woche in Ruhe und allein anschauen könnte. Bei Nichtgefallen gäbe es dann die Kaution gegen den Schlüssel zurück.

Bezahlt hier der Kunde die Kaution, so erhält er jedoch keinen Schlüssel und das Geld ist ebenfalls verschwunden. Oft wird dafür ein Finanzagent missbraucht, der das Geld an die Täter weiter überweist.

Indizien für eine gefälschte Immobilienanzeige:

  • Sehr gute Wohnung zu günstigem Preis.
  • Eigentümer befindet sich im  Ausland und kann nicht nach Deutschland kommen.
  • Schlüssel kann zwecks Besichtigung verschickt werden.
  • Kaution für Schlüssel soll an Treuhänder überwiesen werden.
  • Überweisen Sie kein Geld im Voraus für Immobilien oder Schlüsselkautionen!
  • Übermitteln Sie den Tätern keine persönlichen Daten (z.B. Anschriften, Kontodaten, Ausweiskopie).

 


Ferienwohnung

Auch bei der Ferienhausvermietung ist diese Masche inzwischen üblich. Statt einer Immobilie zur Miete oder zum Kauf wird hier der zukünftige Urlauber auf der Suche nach einem schönen Urlaubsdomizil betrogen. Die Täter erstellen eigene Internetseiten für die Ferienwohnung und lassen sich dann die Ferienwohnungen vorab vollständig oder in Teilzahlung bezahlen. Vor Ort muss der Urlauber feststellen, dass es die Ferienwohnung nicht gibt oder dort bereits andere Urlauber eingecheckt haben.

  • Nutzen Sie offizielle Buchungsportale für Ferienwohnungen, die die Mietangelegenheiten und Zahlungen abwickeln. Fragen Sie z.B. bei den Touristeninformationen der Urlaubsorte nach.
  • Buchen Sie keine Ferienwohnung bei unbekannten Anbietern. Fragen Sie bei Touristeninformationen nach.
  • Nutzen Sie Suchmaschinen, Landkartendienste und Onlinetelefonbücher, um den Anbieter und die Anschrift zu überprüfen.
  • Treten Sie nicht bei unbekannten Anbietern in Vorleistung.
  • Nehmen Sie ggf. telefonischen Kontakt zu den Vermietern auf.

Tierverkauf - Angebliche Tiere zu verschenken gegen hohe Gebühr

Der Wunsch nach einem Haustier kann groß sein. Auch der Wille, ein Tier aus der Not zu retten kann ebenfalls vorhanden sein.

Leider nutzen immer wieder Täter diesen Wunsch und die Gutmütigkeit der Menschen aus, um hier betrügerisch tätig zu werden.

So werden über Kleinanzeigenportale Hunde, Katzen und weitere Tierarten zum Verkauf oder zur kostenlosen Abgabe angeboten.

Seien Sie besonders misstrauisch, wenn eine kostenlose Abgabe versprochen wird, jedoch die Transportkosten oder weitere Kosten vorab überwiesen werden sollen. Hierbei kann es sich um Betrug handeln. Oft lautet die Behauptung der Verkäufer, die Tiere würden sich im Ausland befinden und der Verkäufer ist derzeit aus privaten oder beruflichen Gründen nicht mehr in der Lage, für das Tier zu sorgen. Gern werden Bilder aus dem Internet benutzt, die einen Besitz belegen sollen. Auch die Vorab-Zahlung soll über ungewohnliche Wege (z.B. über den Dienst von Western Union) erfolgen. Wir raten dazu, örtliche lizenzsierte Züchter, Tierheime oder Tierhandlungen aufzusuchen. Zusätzlich sind beim Import von Tieren aus anderen Ländern (EU/Nicht-EU) die jeweiligen Vorschriften und Gesetze der Länder zu beachten. Informieren Sie sich u.a. bei Ihrem zuständigen Veterinäramt. Nutzen Sie auch die Informationen des "Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz" (kurz "BMELV") Opens external link in new windowhier und Opens external link in new windowhier.

Abofallen und Abzocke

Der Begriff „Abofalle“ ist inzwischen in der Internetwelt bekannt. Zwielichtige Internetseitenbetreiber bieten eine Servicedienstleistung an, die zunächst den Anschein hat, gratis zu sein. Für die entsprechende Auskunft und die weitere Nutzung des Dienstes werden die persönlichen Daten benötigt. Das Lesen der AGB und der Widerrufsbelehrung lassen sich einfach "abhaken". Nun erhält der Nutzer die gewünschte Leistung und hat ggf. gar nicht bemerkt, dass er einen kostenpflichtigen 2-Jahres-Vertrag mit dem Unternehmen eingegangen ist.

Die Anbieter nutzen hier diverse Tricks, um die Hinweise auf Kostenpflichtigkeit als Nebensachen wirken zu lassen:

  • Preishinweise werden am Rand dargestellt. Ggf. muss der Bildschirm über den sichtbaren Bereich heruntergescrollt werden.
  • Preishinweise werden in schlecht lesbaren Farben dargestellt.
  • Preishinweise werden in schlecht lesbaren Schriftarten dargestellt.
  • Preishinweise werden in Worten, statt in sofort erkennbaren Zahlen dargestellt (z.B. „sechsundneunzig Euro“ statt „96 €“).
  • Durch zusätzliche Worte wie z.B: „Freeware“ bei Programmangeboten oder „Gratis“ bei den Diensten wird suggeriert, dass der weitere Dienst auch kostenfrei sei.
  • Preis- und Vertragshinweise sind nicht vorhanden.

Seit dem 01.08.2012 besteht nun die Pflicht gem. § 312g BGB im elektronischen Geschäftsverkehr mittels der „Buttonlösung“ auf die Kostenpflichtigkeit hinzuweisen. Der Kunde muss beim Klicken auf den Bestellbutton erkennen, dass dieser Dienst kostenpflichtig ist. Seit diesem Zeitpunkt sind die Vorfälle mit Abofallen deutlich zurückgegangen. Die Täter finden jedoch neue Schlupflöcher, die wie folgt ausgenutzt werden:

Auf neuen Internetseiten wird Großhandelsware günstig angeboten. So kommen Schnäppchenjäger auf der Suche nach z.B. günstiger Elektro-Ware über Suchmaschinen, Werbebanner oder Soziale Netzwerke zum jeweiligen Angebot. Für die Nutzung ist eine Registrierung notwendig. Die Hinweise, dass die Angebote lediglich für gewerbliche Verbraucher bestimmt sind und monatliche bzw. jährliche Gebühren kosten, werden leicht übersehen.

Die Verbraucherzentralen raten Betroffenen: „Bestreiten Sie den Vertragsabschluss und berufen Sie sich auf verschiedene verbraucherfreundliche Gerichtsentscheidungen.“

(Quelle: http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/UNIQ136178953407578/link1810606A.html ; 25.02.2013)

Informieren Sie sich auch bei den Verbraucherzentralen vor Ort (z.B. http://www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/ )

Im Falle einer Abmahnung können Sie sich ebenfalls an die Verbraucherzentralen wenden. Sollte eine Straftat vorliegen, kontaktieren Sie Ihre zuständige Polizeidienststelle.

Die Polizei rät, keine Zahlungen zu leisten, solange die Rechtslage nicht eindeutig geklärt ist. Der Polizei sind zahlreiche Zustellungen bekannt, bei denen die Empfänger durch Hinweise auf Inkassounternehmen oder weitere zivil- oder strafrechtliche Folgen zur Zahlung aufgefordert werden.

Ebenfalls sind mehrere Fälle bekannt, bei denen die Zahlungen gerechtfertigt waren und der Empfänger tatsächlich vergessen hatte, zu bezahlen. Oft werden säumige Zahlungen durch die Firmen (z.B. Versandhäuser) an beauftragte Inkassounternehmen übergeben. Dadurch kann es passieren, dass der Empfänger der Zahlungsaufforderung die Zahlung nicht korrekt zuordnen kann und diese zunächst als Abzocke einordnet. Ebenfalls können auch Familienmitglieder für einen Vertragsabschluss verantwortlich sein. Hinterfragen Sie dieses im Familienkreis bevor Sie an eigene rechtliche Schritte denken.

Sollten Sie einen Mahnbescheid vom Gericht erhalten (z.B. siehe Muster http://www.mahngerichte.de/verfahren/vordrucke/images/mbgesamt.png),  sollten Sie diesen ernst nehmen. Beachten Sie auch die Hinweise und die Fristsetzung für einen Widerspruch auf dem Formular. Weitere Hinweise über das Mahnverfahren sind zu finden auf http://www.mahngerichte.de/ .

  • Vorsicht vor Internetanbietern, die für gewerbliche Nutzer Grosshandelsangebote zur Verfügung stellen. Hier kann eine Abofalle versteckt sein.
  • Leisten Sie keine Zahlungen, solange die Rechtslage nicht eindeutig geklärt ist.
  • Fragen Sie in Ihrem Haushalt nach, ob es ggf. durch ein Familienmitglied doch zu einem, möglicherweise ungewolltem Vertragsabschluss gekommen ist.
  • Prüfen Sie, ob tatsächlich säumige Zahlungen bestehen. Nutzen Sie ggf. Suchmaschinen im Internet, um z.B. mehr über das Inkassounternehmen und die beauftragende Firma zu erfahren.
  • Fragen Sie ggf. beim Inkassounternehmen persönlich nach.
  • Bedenken Sie auch mögliche Falschaussagen oder Halbwahrheiten in diversen Internetforen, das sogenannte „gefährliche Halbwissen“. Dies wird oft auch durch andere verärgerte Betroffene verbreitet.
  • Nehmen Sie das Beratungsangebot (z.B. auch Musterbriefe) der zuständigen Verbraucherzentrale in Anspruch. Dieses kann ggf. kostenpflichtig sein.
  • Sollten Sie einen Mahnbescheid vom Gericht bekommen, so haben Sie die Möglichkeit, fristgerecht Widerspruch einzulegen. Beachten Sie unbedingt die Hinweise und Fristen auf dem Mahnbescheid.
  • Beachten Sie Ihre möglichen Rechte gem. BGB §§ 312ff und 355.

Online-Apotheke - Medikamente über das Internet

Auch im Apothekenbereich hat sich das Internet inzwischen stark verbreitet. Es lassen sich Medikamente aller Art einkaufen, Schnäppchen finden und Rezepte einlösen. Aber auch hier tummeln sich illegale Anbieter oder Anbieter, die nicht einwandfreie Waren anbieten. Oft bieten letztere Anbieter Ihre Waren auch über zahlreiche Spammails an.

Seien Sie hier besonders vorsichtig, denn hier geht es um Ihre Gesundheit!

Typische Gefahren, die bei Online-Apotheken und Medikamenten-Angeboten lauern können:

  • Betrug (Sie bestellen und bezahlen, erhalten aber keine Waren).
  • Sie erhalten illegale Medikamente/Produkte. Ggf. drohen weitere strafrechtliche Konsequenzen bei Zollkontrollen.
  • Sie erhalten gesundheitsschädliche Medikamente/Produkte.
  • Sie erhalten nicht zugelassene Medikamente.
  • Sie erhalten gefälschte Produkte.
  • Phishing Ihrer Privat- und Zahlungsdaten.
  • Sogenannte „Cyber-Docs“ verordnen Medikamente ohne persönliche Untersuchung.
  • Sie erhalten Falschauskünfte.
  • Vorsicht vor Produkten aus Drittstaaten (nicht D / EU).
  • Rezeptpflichtige Medikamente werden ohne Rezeptvorlage angeboten.
  • Vorsicht bei Spam-Mail-Angeboten!
  • Schadsoftware (über verseuchte Mails oder Webseiten).

Nicht alle Apotheken und Angebote sind schlecht. Um diesen Gefahren jedoch entgegenzuwirken, möchten wir Ihnen ein paar Möglichkeiten nennen, wie Sie sichere und zugelassene Apotheken erkennen können:

  • Kaufen Sie nur bei zugelassenen Online-Apotheken ein (gem. § 11 Apothekengesetz).
  • Halten Sie Rücksprache mit einem „echten“ behandelndem Arzt.
  • Seien Sie vorsichtig bei Bekanntgabe von Privat- und Zahlungsdaten.
  • Kontrollieren Sie die Internetseite (z.B. Onlineregister, Sicherheitslogo-Rückverfolgung zum Register). Weitere Infos dazu unten.
  • Nutzen Sie die Apotheke vor Ort (ggf. verfügt diese über einen eigenen zugelassenen Internetversand).
  • Kontrollieren Sie das Impressum.

Folgende Onlineregister sind in Deutschland für Online-Apotheken verfügbar:

1.http://www.dimdi.de/static/de/amg/var/index.htm

Ein Klick auf das Logo führt zu: https://versandapotheken.dimdi.de/

2.http://www.bvdva.de/zugelassene-versandapotheken.html

Sollten Sie in einer Onlineapotheke ein entsprechendes Logo oder einen entsprechenden Hinweis auf diese Zulassung finden, führen Sie eine Gegenkontrolle durch. Schauen Sie beim Onlineregister nach und prüfen Sie, ob die Apotheke tatsächlich dort registriert ist und kein Missbrauch des Logos stattgefunden hat. Nutzen Sie oben stehende Links. Dort können Sie dann auch einsehen, ob z.B. die gewählte Apotheke Rezepte einlösen kann.

Gewinnversprechen am Telefon, per Post oder E-Mail

Der Phantasie der Täter sind keine Grenzen gesetzt. Bevorzugt werden ältere Mitbürger angerufen/angeschrieben und auf mögliche Gewinne angesprochen. Die Anrufer versuchen durch ein geschicktes Redeverhalten, den Angerufenen z.B. von einem Gewinn oder einer Gewinnspielteilnahme zu überzeugen. Neben echten Gesprächspartnern kann es auch dazu kommen, dass die Telefonate von Anrufmaschinen getätigt werden. Es kommt dabei auch vor, dass solche Anrufe sich ständig wiederholen. Die Angerufenen haben das Gefühl, von solchen Telefonaten sprichwörtlich terrorisiert zu werden.

Seien Sie bei solchen Anrufen vorsichtig mit Ihren Angaben. Vertrauen Sie auf Ihr Bauchgefühl.

Nachfolgend ein paar Hinweise, wie Sie solche Anrufer erkennen:

  • Täter fragen nach sensiblen Kunden- und Bankdaten sowie weiteren persönlichen Daten.
  • Täter fordern zum Abgleich von Daten auf, nennen aber selber nur Bruchstücke oder falsche Daten.
  • Täter drohen mit rechtlichen Konsequenzen, Sperrung, Zusatzkosten, Schufa usw..
  • Täter haben einen ausländischen Akzent (inzwischen aber auch sehr gute Deutschkenntnisse und akzentfrei).
  • Täter fordern auf, eine spezielle Rückrufnummer an-  oder Internetseite aufzurufen.
  • Die Rufnummer wird unterdrückt.
  • Es wird eine ausländische/ungewöhnliche Rufnummer im Display angezeigt.
  • Täter versprechen einen Gewinn, der jedoch unter einer anderen Rufnummer mittels Rückruf angefordert werden muss.
  • Täter versprechen einen Gewinn, der jedoch erst nach Zahlung von z.B. Anwaltskosten oder Überführungsgebühren in Anspruch genommen werden kann.
  • Täter verfügen nicht immer über ein vollständiges Wissen, sondern nutzen die Informationen, die die Opfer gerade am Telefon bekanntgegeben haben (z.B. Enkeltrick http://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick.html) Sehen Sie auch zum Thema "Enkeltrick" unsere Warnung auf Youtube.

Leider bietet die heutige Internettechnik den Tätern die Möglichkeit, Rufnummern aus verschiedenen Städten vorzutäuschen. Dadurch kann die Herkunft von z.B. einer Anwaltskanzlei vorgespielt werden. Ebenfalls ist es möglich, über spezielle Internetdienste fremde, tatsächlich existierende Rufnummern anzuzeigen. Eine Rückfrage bei der Ihnen bekannten Rufnummer (nicht Rückwahlfunktion) wird im Zweifelsfall empfohlen.

Sie haben die Möglichkeit, sich gegen solche Anrufe zu wehren und den Missbrauch Ihrer Daten zu verhindern:

  • Geben Sie keine sensiblen und privaten Daten am Telefon bekannt.
  • Gehen Sie keine Verträge am Telefon ein. Seien Sie vorsichtig mit Bestätigungen Ihrerseits, z.B. durch das Wort „Ja“.
  • Geben Sie keine PIN und TAN über die Telefontastatur ein, wenn Sie durch den Anrufer dazu aufgefordert werden.
  • Bestätigen Sie keine Aufforderung der Anrufer durch das Eintippen einer geforderten Zahl.
  • Tätigen Sie keinen Rückruf auf der Ihnen angezeigten Nummer.
  • Tätigen Sie keinen Rückruf auf der Ihnen im Gespräch genannten Nummer.
  • Dokumentieren Sie den Anruf/die Anrufe (Datum, Uhrzeit, Rufnummer, Gesprächspartner, Gesprächsinhalt, Firma, Häufigkeit usw.).
  • Fragen Sie im Zweifelsfall bei der echten Hotline nach.
  • Vermeiden Sie sensible Gespräche in der Öffentlichkeit (z.B. Bahn, Café).
  • Melden Sie den Rufnummernmissbrauch an die Bundesnetzagentur www.bundesnetzagentur.de.
  • Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Telefonrechnung.
  • Seien Sie vorsichtig bei der Herausgabe Ihrer privaten Daten (z.B. Gewinnspiele in Zeitschriften, TV oder Internet).
  • Lassen Sie Ihre Rufnummer aus dem Telefonbuch (inkl. Onlinetelefonbuch, Auskunft) nehmen. Fragen Sie hierfür bei Ihrem Telefonanbieter nach.
  • Geben Sie Rufnummern nicht an Unbekannte weiter.
  • Weisen Sie z.B. bei Geheimnummern auch Freunde darauf hin, die Nummer nicht an unbekannte Personen zu geben.
  • Nutzen Sie technische Hilfsmittel, die Anrufe blockieren oder nur ausgewählte Anrufer durchstellen. Fragen Sie dazu Ihren Telefonanbieter und im Fachhandel nach.
  • Fragen Sie Ihren Telefonanbieter nach einer (kostenpflichtigen) Fangschaltung.
  • Klären Sie Mitbewohner/Familienmitglieder über die Maßnahmen und das Verhalten am Telefon auf.
  • Wichtig ist hierbei, dass Sie solche falschen Anrufe von echten, Ihnen bekannten Firmen unterscheiden, die Sie über eine Ihnen bekannte und echte Hotlinenummer selbst anrufen.

Sollten Sie jedoch durch übermäßige Anrufe belästigt werden, so nehmen Sie Kontakt zu Ihrem Telefonanbieter auf und fragen nach einer möglichen technischen Lösung. Nutzen Sie ebenfalls die Meldeformulare der Bundesnetzagentur. Im Fall von Stalking und anderen Straftaten wenden Sie sich auch an Ihre Polizei. Bringen Sie dazu auch Ihre Notizen zu den Anrufen mit.

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